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biomol Blog - Was bei uns los ist…


31. März 2011

Thioflavin T, Alzheimer und langes Leben

Thioflavin T (bei Biomol günstig erhältlich als Produkt ABD-23060) wird im Labor eingesetzt um die Alzheimer-typischen Plaques anzufärben. Dieser Farbstoff st auch unter den Namen ThT, Basic Yellow 1 oder CI 49005 bekannt.

Silvestre Alavez und Kollegen vom Buck Institute for Research on Aging in Novato (US-Bundesstaat Kalifornien) haben in Nature Ihre Ergebnisse veröffentlich, die zeigen, dass Caenorhabditis elegans in Anwesenheit von Thioflavin T eine 50% höhere Lebenserwartung haben. Die Forscher erklären die Beobachtung mit einem Einfluss auf die Proteinhomeostase mittels Beeinflussung des Proteinabbaus über das Ubiquitin-Proteasom-System. Die positiven Effekte der ThT-Zugabe hängen vom Funktionieren von Protein-Homeostase-Netzwerk-Regulatoren wie Heat shock factor 1 (HSF-1), Stress-Antwort, dem “Langlebigkeits”-Transkriptionsfaktor SKN-1, Chaperonen, Autophagocytose und dem Proteasom ab.

Inwieweit diese Versuchsergebnisse für Menschen relevant sind bleibt natürlich die Frage.

Das obige Bild ist eine modifizierte Version einer Photographie von Gaetan Lee (ein Schimpansen-Gehirn aus dem Science Museum London).
25. März 2011

Molecular Life Sciences IV

Mein Praktikum bei Biomol geht heute zu Ende und über die vielen Tagungs-Vorbereitungen hätte ich fast versäumt noch einen letzen Blog-Eintrag zu verfassen. Die sechs Wochen sind wie im Flug vergangen und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Trotzdem werde ich noch schnell ein paar abschließende Worte zu meinem Studium schreiben.

Wo stehe ich denn aktuell?

Ich bin kurz davor mit meiner Bachelorarbeit zu beginnen und freue mich schon darauf wieder Ethanol-geschwängerte Laborluft zu schnuppern. Nebenbei kann ich mich schon mal seelisch auf den Master-Studiengang vorbereiten, der fast nahtlos folgen wird. Ein neues spannendes Kapitel, hoffe ich. Jetzt wo der erste Meilenstein meiner Studienzeit fast erreicht ist, stellt sich mir die Frage: Was hat sich verändert? Habe ich mich verändert? Eins kann ich mit Sicherheit sagen: Der Humor verändert sich. Irgendwann fängt man an Biologenwitze und Biochemikerwitze zu verstehen und lustig zu finden. Ein reales Beispiel aus meinem Umfeld.

Zwei Studentinnen unterhalten sich etwas genervt von einer langen Inkubationszeit in einem Zellbiologiepraktikum:

Studentin A: Und was machen wir morgen?
Studentin B: ….. Apoptose……

Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Tschüss Biomol! Ich wünsche meinen Kollegen alles Gute und möchte mich noch mal für die schöne Zeit bedanken! Ich lasse mit Sicherheit wieder von mir hören!

Anmerkung zu dem Bild: Zu sehen bin ich vor dem Messestand von Biomol. Wenn sie diesen Stand auf einer Messe oder Tagung sehen sollten, dann laufen Sie schnell hin, meine Kollegen haben Schokolade!!!

14. März 2011

Molecular Life Sciences III

Ein kleines Rätsel am Anfang. Was ist das?

Meine vorletzte Praktikumswoche hat begonnen, und bevor mir die Zeit davon läuft will ich natürlich, wie versprochen wieder etwas über meinen Studiengang erzählen.

Im Grundstudium (also in den ersten zwei Jahren) findet die allgemeine naturwissenschaftliche Grundausbildung statt. Es werden Module wie Anorganische- und Organische Chemie belegt, sowie Zellbiologie, Genetik und Molekularbiologie. Die Module bestehen meistens aus einer Vorlesung mit einem dazugehörigen Seminar und einem Praktikum. Die Praktika finden entweder als Block in der Vorlesungsfreienzeit statt, oder begleitend im laufenden Semester. Sie sollen zusammen mit einigen Projektstudien in verschiedenen Instituten unsere praktische Ausbildung sichern.

Nun kann sich sicherlich jeder vorstellen, dass gerade in einem Labor mit einem Haufen Studenten, die im ersten Semester auch zum Großteil das erste Mal eine Pipette in der Hand halten, Murphys Law regiert. Frei nach dem Motto „Alles was schief gehen kann, geht schief“ werden die ersten Erfahrungen im Labor gemacht. Will man Apoptose induzieren, wachsen die Zellen munter weiter, ungeachtet der fiesen Chemikalien denen man sie ausgesetzt hat. Will man aber ein paar tolle Bakterienklone haben, die das erste selbst gebastelte Plasmid tragen, ja dann  wächst gar nichts. Das heißt aber nicht, dass alles für die Katz ist. Man entwickelt eine Frusttoleranz, die im späteren Forscheralltag sehr nützlich sein wird.

Im fünften Semester werden die Praktika dann auch so richtig spannend. Wir durften als temporärer Teil einer Arbeitsgruppe mitforschen. Die Ergebnisse waren gar nicht mal so schlecht und so hatte man das Gefühl in einem Praktikum mal nützlich gewesen zu sein!

Alles in Allem, macht der praktische Teil des Studiums sehr viel Spaß. Der viel zitierte Satz „learning by doing“ hat einfach seine Berechtigung und egal wo wir bisher ein Praktikum gemacht haben, waren alle immer sehr bemüht, dass wir so viel wie möglich lernen!

Nun zur Auflösung des „Rätsels“:

Es handelt sich um den Ausblick von meinem Laborplatz aus, den ich im Praktikum für Organische Chemie hatte. Ein Vorgänger von mit wollte wohl seinen Standpunkt klarmachen, indem er ein Fischstofftier in der Abluftvorrichtung platzierte oder er hatte schon zu viel Diethylether eingeatmet. Seine wahren Beweggründe werde ich wohl nie erfahren.

Nächste Woche wieder mehr zum Studium „Molecular Life Sciences“.

3. März 2011

Das Proteasom

Das ProteasomMitte der 90iger des vergangenen Jahrhunderts stellte sich heraus, dass sich die Zelle nicht nur “Gedanken” macht, wie, wann und wieviel Proteine gemacht werden, sondern auch, dass irgendwie aufgeräumt werden muss. (more…)

1. März 2011

Molecular Life Sciences II

Bevor ich im zweiten Teil meines Berichtes, wie letzte Woche angekündigt, über den Studiengang Molecular Life Sciences schreiben werde, kommt hier noch kurz ein Abriss über den Stand meines Praktikums.

Mittlerweile hat schon die dritte Woche meines Praktikums begonnen. Die Vorbereitungen zur Krebs-Tagung in Orlando habe ich vorerst abgeschlossen und meine Ergebnisse weitergereicht. Aber es gibt auch ein neues Projekt, um das ich mich ab jetzt kümmere. Ich werde eine Marktanalyse zum Thema „Diagnostik in Deutschland“ erstellen.

Ferner soll es dieses Jahr wieder das begehrte Biomol „Viva la evolucion“ T-Shirt geben. Ich bin mit der Aufgabe betraut worden, mir Gedanken über mögliche Farben der neuen Kollektion zu machen. Das habe ich natürlich sofort getan und auf Facebook kann man das Ergebnis begutachten und abstimmen.

Nun zu meinem Hauptanliegen: Das Vorstellen meines Studienganges.

Einen Molecular Life Sciences Studenten (kurz: MLS-Student) kann man an mehren Orten in Hamburg antreffen. Da wäre als erstes natürlich das Department Chemie, zu dessen Fachbereich er offiziell gehört. Im ersten Abschnitt des Bachelor-Studiums findet man ihn aber auch häufig im Biozentrum Klein Flottbeck, später dann vermehrt an der Uniklinik Eppendorf. Und nicht zu vergessen: Auch am DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) ist er gelegentlich. Kurz gesagt: während des Grundstudiums ist der MLS- Student permanent am hin- und herflitzen. Aber es lohnt sich, denn das hält nicht nur fit, sondern man bekommt einen guten Überblick über alles, was gerade im Bereich der Biochemie/ molekularen Medizin aktuell ist.

Und wo bin ich am liebsten? Natürlich erstmal in der Chemie, da bekommt man eine Art Heimathafen-Gefühl. Hier werden die Grundlagen für mein chemisch/biochemisches Wissen gelegt, welches natürlich noch weiter wachsen soll. Ansonsten bin ich vor allem gerne am UKE (Uniklinik Eppendorf). Die medizinische Seite meines Studienganges fasziniert mich besonders, denn hier habe ich am stärksten das Gefühl, dass Forschung etwas bewegen kann.

Was genau sind jetzt die Studieninhalte? Und wie sieht es mit meiner praktischen Ausbildung während des Studiums aus? Dazu mehr in der nächsten Woche.