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biomol Blog - Was bei uns los ist…


26. November 2014

Das Hypoxie-Protein PHD3 reguliert EGFR

Gesunde Zellen reduzieren ihr Wachstum unter Sauerstoffmangel (Hypoxie). Umso überraschender, dass Hypoxie ein charakteristisches Merkmal von malignen Tumoren ist. In zwei Veröffentlichungen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Nature Communications” (Loss of PHD3 allows tumours to overcome hypoxic growth inhibition and sustain proliferation through EGFR und PHD3 regulates EGFR internalization and signalling in tumours), berichten Forscher und Forscherinnen der Goethe-Universität Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen darüber, wie Krebszellen, das genetische Programm der Wachstumshemmung erfolgreich umgehen.

Es ist seit langem bekannt, dass PHD Proteine (Prolyl-Hydroxylase-Domänenproteine) eine Schlüsselrolle bei der Regulation der Hypoxie spielen. Sie steuern die Stabilität der Hypoxie induzierte Transkriptionsfaktoren (HIF), die eine Anpassung der Zellen an einem Mangel an Sauerstoff regeln. Die beiden Teams von Prof. Amparo Acker-Palmer, Goethe-Universität, und Professor Till Acker, Justus-Liebig-Universität, haben nun herausgefunden, dass ein spezielles PHD Protein, PHD3, auch den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) steuert.

In gesunden Zellen reagiert PHD3 auf Stressoren wie Sauerstoffmangel durch die Stimulierung der Aufnahme von EGF-Rezeptoren in das Zellinnere. Wachstumssignale werden durch diese Internalisierung herunterreguliert. PHD3 dient als Gerüstprotein, das an zentralen Adapterproteine wie Eps15 und Epsin1 bindet, um die Aufnahme von EGFR in die Zellen zu fördern. In Tumorzellen ist dieser Prozess durch den Verlust von PHD3 gestört. Als ein Ergebnis wird die Internalisierung EGFR unterdrückt, was zu Überaktivität von EGFR-Signalen und somit zu unkontrolliertem Zellwachstum führt.

Die Forschungsgruppe konnte zeigen, dass der Verlust von PHD3 ist einen entscheidenden Schritt im Wachstum von menschlichen bösartigen Hirntumoren (Glioblastomen) darstellt. Die Tumorzellen reagieren dadurch nicht mehr auf die wachstumshemmenden Signale der Hypoxie. Diese Entdeckung ist klinisch sehr relevant, weil sie einen alternativen Mechanismus für die Überaktivierung des EGF-Rezeptors zeigt, der unabhängig von seiner genetischen Amplifikation ist. So kann das Wachstum therapeutisch durch EGFR-Inhibitoren unterdrückt werden.

Diese Arbeiten zeigt eine Verbindung zwischen dem EGFR-Signalweg und Sauerstoffkonzentration auf und wie wichtig die Internalisierung von Rezeptoren für Krebsentstehung ist.

14. November 2014

Es riecht nach Blut!

Einen Artikel im Blog zu schreiben, der auch auf Interesse stößt, ist nicht einfach. Am besten bedient man sich gewisser Schlüsselworte wie Blut, Mord oder Gewalt. Aufi geht’s …

Bekannt ist, dass Blut charakteristisch riecht, irgendwie metallisch. Viele Carnivoren reagieren sehr empfindlich auf diesen Geruch. Was genau riecht da? Ist es vielleicht eine einzelne Substanz? Dieser Frage ging ein Team von Forschern der Universität Linköping nach und publizierten ihre Ergebnisse in PloS. Die Substanz, die sie als charakteristischen Geruchsträger identifizierten, ist durch ihren metallischen Geruch bereits bekannt gewesen. Sie heißt trans-4,5-epoxy-2(E)-Decenal (mit der CAS-Referenznummer 134454-31-2). Sie können Sie auch bei der Biomol GmbH unter der Katalognummer Cay10004257 kaufen.

trans-4,5-epoxy-2(E)-Decenal ist ein Abbauprodukt der Arachidonsäure und reagiert schnell mit Lysinresten von Proteinen, weswegen sie mitverantwortlich für die Schäden durch oxidativen Stresses gemacht wird. Theoretisch müsste man also durch Konsum genügend hoher Mengen Antioxidantien sein Blut geruchsarm halten können – vielleicht einer der Gründe, warum Mütter ihre Kinder fragen, ob sie auch ihr Gemüse gegessen haben.

Strukturformel von trans-4,5-epoxy-2(E)-Decenal

Strukturformel von trans-4,5-epoxy-2(E)-Decenal

9. Oktober 2014

Calcium Indikatoren

Calcium ist ein universaler sekundärer Botenstoff in unterschiedlichsten Zellen. Viele Zellfunktionen werden durch Ca2+ geregelt. Die Messung von Calcium ist entscheidend bei einer Vielzahl biologischer Untersuchungen. Um den Ca2+- Status in einer Zelle oder einem Medium zu messen, setzt man das sogenannte Calcium imaging ein (Imaging = Bildgebung, Darstellung). Für diese Darstellung des Calciums werden Calcium Indikatoren verwendet. Hierbei handelt es sich um fluorogene Moleküle, die ihre fluoreszierenden Eigenschaften beim Binden von Ca2+ Ionen entfalten. Unterschieden werden zwei Hauptklassen von Calcium Indikatoren: Die chemischen Indikatoren und die genetisch codierten Calcium Indikatoren.

Bei der Wahl des optimalen Calzium Indikators müssen verschiedene Faktoren beachtet werden. So haben spektrale Eigenschaften, Messmethode, Durchlässigkeit des Ca2+- Indikators (Salz oder AM Ester) und die Dissoziationskonstante (Kd) Einfluss auf die Entscheidung des geeigneten Indikators.

Mit AAT Bioquest als Partner hat die Biomol GmbH seit fünf Jahren einen Spezialisten auf dem Gebiet der Calcium Detektion. Ob Calcium Assay Kits oder in unterschiedlichen Farben fluoreszierende einzelne Calcium Indikatoren(blau, grün, orange etc.), AATs Angebot ist breit gefächert. Den aktuellen Katalog zum Thema finden Sie hier.

Cal-520-NO PBC - Kopie

Cal-520™

Ein besonders erfolgreicher Calcium Indikator ist Cal-520™. Cal-520™ zählt zu den chemischen Indikatoren. Als fluorogener Calcium-sensitiver Farbstoff wird er z.B. zur Evaluierung von GPCR- und Calciumkanal-Targets und zum Screenen ihrer Agonisten und Antagonisten eingesetzt. Was ihn so erfolgreich macht, finden Sie in der folgenden Pressemeldung.

13. Dezember 2012

Sympathische Geste

Sympathisch ist…

… wenn ein Professor darauf besteht, dass die Ehrung, die er erhalten hat, nicht ihm, sondern seinem Team gilt. Besonders sympathisch ist es, wenn er dann noch darauf besteht, dass dies auch so in der offiziellen Pressemitteilung aufgenommen wird.

Dr. Sarah Jill de Jong, Prof. Geert Butynck (Preisträger), Prof. Frank Entschladen (STS), Dr. Martin Schäfer (Biomol GmbH)

So erging es mir mit Prof. Dr. Geert Bultynck von der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Auf dem sechzehnten Internationalen Treffen der Signal Transductions Society (STS) (vom 5-7.11 in Weimar) wurde Bultynck für die Präsentation der Arbeit an IP3R/Bcl-2 Komplexen in B-Zell Lymphomen und dem Auslösen der pro-apoptotischen Ca2+ Signal-Kaskade ausgezeichnet. Gemeinsam mit Dr. Sarah Jill de Jong von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erhielt er den mit 1.000 Euro dotierten (und von Biomol gesponserten) STS/CCS-Science-Award. De Jong erhielt den Preis für die Präsentation ihrer Erkenntnisse zur Beschreibung eines neuen und einzigartigen TRAF3-Bindemotivs, das selektiv die nicht-kanonische NF-kappaB Aktivierung reguliert.

Nachdem ich eine offizielle Pressemitteilung verfasst hatte, mailte ich diese zur Abstimmung an Professor Bultynck. Folgende kleine „Korrektur“ bekam ich zurück:

Bultynck is awarded for the presentation of his the work of his team on IP3R/Bcl-2 complexes in B cell lymphomas to trigger pro-apoptic Ca2+signaling.)

Das fand ich sympathisch! Und so haben wir die Änderung dann auch in die offizielle Pressemitteilung mit aufgenommen. Diese ist übrigens zu finden unter: http://www.biomol.de/company_pressemappe.html?id=22

23. Februar 2012

Fettzellen, Immunzellen und das Metabolische Syndrom

Biomols Partner Adipogen schlägt eine Brücke zwischen klassischer Stoffwechselforschung und der immunologischen Forschung. Ein Augenmerk liegt hierbei auf dem Metabolischen Syndrom sowie auf weiteren entzündlichen Stoffwechselerkrankungen.

Mammalian Fat Cell, © Dr. Martin Oeggerli

Bei der Forschung am Metabolischen Syndrom konzentrieren sich die Wissenschaftler von Adipogen auf die Volkskrankheiten Adipositas und Diabetes mit dem Ziel, durch ein besseres Verständnis Chancen für neue Therapieansätze zu entdecken. Um das durch biochemische Signalmoleküle gesteuerte Wechselspiel zwischen Fett- und Immunzellen zu untersuchen, entwickelt Adipogen hochspezialisierte ELISA-Kits, rekombinante monoklonale Antikörper, Cytokine sowie small molecules (seltene Naturstoffe und Antibiotika).

Die Forschungsreagenzien der Firma Adipogen International erweitern das umfangreiche Produktprogramm von Biomol. Das Antikörper- und Cytokine-Angebot von Biomol gehört zu den umfangreichsten des deutschen Marktes. Ebenso wird das breite Produktportfolio von Biomol im Bereich der Entzündungs- und Krebsforschung wertvoll ergänzt.

Invasively growing prostate cancer cell, © Dr. Martin Oeggerli

Sie forschen am Metabolischen Syndrom oder anderen Stoffwechselerkrankungen? Den druckfrischen Hauptkatalog von Adipogen erhalten Sie bei Biomol. Oder informieren Sie sich über das Produktangebot von Adipogen unter www.biomol.de.

4. Januar 2012

CD Antikörper

CD ist die Abkürzung für Cluster of Differentiation. Damit werden Antigene an Zelloberflächen benannt, das heißt durchnummeriert. Bei den CD-Molekülen handelt es sich meistens um membrangebundene Glykoproteine, die teilweise zellspezifisch exprimiert werden und verschiedenste Funktionen haben können.

Bestimmt wurden diese Diffenzierungsmarker oft dadurch, das sie von bestimmten monoklonalen Antikörpern erkannt werden. Sie sind oft sehr nützlich, Zellen, die nach anderen Kriterien ähnlich und kaum zu unterscheiden sind, zu identifizieren und zu differenzieren. Deswegen sind insbesondere Antikörper gegen CD Antigene, die in der Durchflusszytometrie eingesetzt werden können, wichtig.

Biomol bietet jetzt auch das Programm des renommierten Herstellers von CD Antikörpern Ancell an. Hier finden Sie CD Antikörper gegen die wichtigsten CD Antigene, auch konjugiert mit Biotin, Fluorescein, Phycoerythrin (R-PE), DyLight®350, APC sowie als F(Ab’)2-Fragmente und frei von Konservierungsmitteln. Eine Übersicht gibt’s hier: Ancell Immunology Research Products

Weitere Antikörper gegen (humane) CD Antigene, also auch solche für Immunhistochemie oder Western Blot auch anderer Hersteller wie zum Beispiel Imgenex oder Epitomics, finden sich in dieser Übersicht: Antibodies to Human CD Antigens.

Schorschski hat ein Beispiel für die Verwendbarkeit von CD-Markern zur Differenzierung bei der Lymphozytenreifung in einer Übersicht zusammengefasst:

 

14. November 2011

Der perfekte Ladekontroll-Antikörper für Western-Blots

Der perfekte Antikörper, den man zur Ladekontrolle für Western Blots verwendet (um zu zeigen, dass man die Spuren gleichmäßig beladen hat, bzw. um auf die Stärke dieses Signals die anderen Signale zu normieren) sollte ein sogenanntes Housekeeping-Protein erkennen. Beliebt ist dafür das aus der Glycoloyse bekannte Enzym Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase oder kurz GAPDH. Das wird zwar in unterschiedlichen Geweben ein bisschen unterschiedlich exprimiert, insbesondere in manchen Krebsgeweben wird es manchmal hochreguliert, wenn man aber unterschiedliche Proben aus derselben Zelllinie aufträgt und diese Signal untereinander vergleichen will, ist das irrelevant. Hier ist die Menge von GAPDH sehr gleichmäßig.

Ein weiters wichtiges Kriterium ist, dass der Antikörper ein schönes sauberes Signal liefert, ohne mit “Nebensignalen”, auch Background oder unspezifische Banden genannt, unangenehm aufzufallen.

Letztendlich sollte der Antikörper, gerade weil man einen Ladekontroll-Antikörper häufig einsetzt, preiswert sein. Die Menge des Antikörpers, die man für einen einzelnen Blot einsetzen muss, sollte nicht mehr als 5 Euro kosten, besser weniger.

Epitomics hat mit dem Anti-GAPDH 5362-1 einen monoklonalen Kaninchen-Antikörper (RabMAb®) herausgebracht, der diese Anforderungen praktisch perfekt erfüllt. Das Signal sieht super-sauber aus und man kann die 100 µL (das ist die Packungsgröße) für 100 bis 500 Western Blots (mit den üblichen Mini-Gelen) verwenden. Da liegt man bei unter 60 Cent bis 3 Euro pro Einsatz.

Da dieser Antikörper nur mit menschlichen Proben funktioniert, sollte man darauf achten, dass man seine Experimente auch mit menschlichen Zelllinien durchführt, um in den Genuss der Vorteile diese Antikörpers zu kommen.

Die perfekte Western Blot Ladekontrolle

Western-Blot mit Anti-GAPDH RabMAb (5632-1) (A) 293T, (B) HeLa, (C) HepG2, (D) HUVEC, (E) MCF-7 und (F) SH-SY5Y Zelllysate.

29. Juni 2011

Warum Antibiotika im Tierstall die Bildung Shigella-Toxin-exprimierender Bakterien fördern

Die immer noch aktuelle EHEC-Epidemie (47 Tote, Stand 2011-06-29) wird durch einen EHEC (oder EAEC) Stamm O104:H4 ausgelöst. Dieser trägt nicht nur eine Reihe von Antibiotika-Resistenzen (siehe Hinweise des RKI (pdf)), sondern exprimiert auch das Shigella-Toxin. Das Gen dafür haben die Bakterien durch einen Bakteriophagen erhalten, der dieses Gen in sein Genom integriert hat. Ein News-Artikel in der Nature-Ausgabe vom 9. Juni weist darauf hin, dass die häufige Gabe von Antibiotika in Tierställen die Infizierung von E. coli durch Bakteriophagen fördert: Die Bakterien reagieren auf die Antibiotikagabe mit der sogenannten SOS Response in deren Rahmen Bakterien, die Träger von Bakteriophagen sind, diese massiv ausschütten und damit andere Bakterien infizieren. Die Forscher vermuten, dass durch die häufige Verwendung von Antibiotika im Rahmen der Fleisch- und Milchproduktion nicht nur Antibiotika-resistente EHEC selektiert werden, sondern auch deren Infektion mit Bakteriophagen, die das Shigella-Toxin tragen können, gefördert wird.

17. Juni 2011

ATGL (PNPLA2) trägt zum körperlichen Raubbau bei Krebserkrankungen bei

Rudolf Zechner, Gerald Hoefler und Koautoren haben in einer in Science veröffentlichten Studien gezeigt, dass das Ausschalten der Adipose-Triglycerid-Lipase (ATGL, PNPLA2, Uniprot-Nr. Q96AD5) in Mäusen die bei Krebs oft einhergehende Kachexie (starker Abbau von Fett- und Muskelreserven) verlangsamt. Proben viszeralen Fettgewebes von an Kachexie verstorbenen Krebspatienten wiesen eine erhöhte ATGL-Expression auf.

Adipose Triglycerid Lipase (ATGL) katalysiert den ersten Schritt der Triglycerid-Hydrolyse in Adipozyten und Fetttröpfchen in Nicht-Adipozyten (Triacylglycerol + H2O <=> Diacylglycerol + Fettsäure). ATGL hat auch Acylglycerol-Transacylase-Aktivität. Das Enzym regelt die  Größe von Liposomen und ist vermutlich am Abbau von Liposomen beteiligt.

Eine Zusammenfassung der in Science veröffentlichten Ergebnisse findet sich bei Spiegel Online. Biomol bietet mit dem monoklonalen Kaninchen-Antikörper (RabMab®) 3370-1 ein nützliches Werkzeug an, um in Western-Blots und Immunzytochemie dieses Enzym in Proben von Mensch, Maus und Ratte nachzuweisen.

11. April 2011

Schäden in Höhe von über 70 Milliarden € jährlich

Überdüngung mit Stickstoffdüngern verursacht gemäß einer Studie laut einer am 11. April von Nature veröffentlichten Nachricht jährlich Schäden von 70 bis 320 Milliarden Euro allein in der EU. (more…)