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biomol Blog - Was bei uns los ist…


13. Dezember 2012

Sympathische Geste

Sympathisch ist…

… wenn ein Professor darauf besteht, dass die Ehrung, die er erhalten hat, nicht ihm, sondern seinem Team gilt. Besonders sympathisch ist es, wenn er dann noch darauf besteht, dass dies auch so in der offiziellen Pressemitteilung aufgenommen wird.

Dr. Sarah Jill de Jong, Prof. Geert Butynck (Preisträger), Prof. Frank Entschladen (STS), Dr. Martin Schäfer (Biomol GmbH)

So erging es mir mit Prof. Dr. Geert Bultynck von der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Auf dem sechzehnten Internationalen Treffen der Signal Transductions Society (STS) (vom 5-7.11 in Weimar) wurde Bultynck für die Präsentation der Arbeit an IP3R/Bcl-2 Komplexen in B-Zell Lymphomen und dem Auslösen der pro-apoptotischen Ca2+ Signal-Kaskade ausgezeichnet. Gemeinsam mit Dr. Sarah Jill de Jong von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erhielt er den mit 1.000 Euro dotierten (und von Biomol gesponserten) STS/CCS-Science-Award. De Jong erhielt den Preis für die Präsentation ihrer Erkenntnisse zur Beschreibung eines neuen und einzigartigen TRAF3-Bindemotivs, das selektiv die nicht-kanonische NF-kappaB Aktivierung reguliert.

Nachdem ich eine offizielle Pressemitteilung verfasst hatte, mailte ich diese zur Abstimmung an Professor Bultynck. Folgende kleine „Korrektur“ bekam ich zurück:

Bultynck is awarded for the presentation of his the work of his team on IP3R/Bcl-2 complexes in B cell lymphomas to trigger pro-apoptic Ca2+signaling.)

Das fand ich sympathisch! Und so haben wir die Änderung dann auch in die offizielle Pressemitteilung mit aufgenommen. Diese ist übrigens zu finden unter: http://www.biomol.de/company_pressemappe.html?id=22

23. Februar 2012

Fettzellen, Immunzellen und das Metabolische Syndrom

Biomols Partner Adipogen schlägt eine Brücke zwischen klassischer Stoffwechselforschung und der immunologischen Forschung. Ein Augenmerk liegt hierbei auf dem Metabolischen Syndrom sowie auf weiteren entzündlichen Stoffwechselerkrankungen.

Mammalian Fat Cell, © Dr. Martin Oeggerli

Bei der Forschung am Metabolischen Syndrom konzentrieren sich die Wissenschaftler von Adipogen auf die Volkskrankheiten Adipositas und Diabetes mit dem Ziel, durch ein besseres Verständnis Chancen für neue Therapieansätze zu entdecken. Um das durch biochemische Signalmoleküle gesteuerte Wechselspiel zwischen Fett- und Immunzellen zu untersuchen, entwickelt Adipogen hochspezialisierte ELISA-Kits, rekombinante monoklonale Antikörper, Cytokine sowie small molecules (seltene Naturstoffe und Antibiotika).

Die Forschungsreagenzien der Firma Adipogen International erweitern das umfangreiche Produktprogramm von Biomol. Das Antikörper- und Cytokine-Angebot von Biomol gehört zu den umfangreichsten des deutschen Marktes. Ebenso wird das breite Produktportfolio von Biomol im Bereich der Entzündungs- und Krebsforschung wertvoll ergänzt.

Invasively growing prostate cancer cell, © Dr. Martin Oeggerli

Sie forschen am Metabolischen Syndrom oder anderen Stoffwechselerkrankungen? Den druckfrischen Hauptkatalog von Adipogen erhalten Sie bei Biomol. Oder informieren Sie sich über das Produktangebot von Adipogen unter www.biomol.de.

4. Januar 2012

CD Antikörper

CD ist die Abkürzung für Cluster of Differentiation. Damit werden Antigene an Zelloberflächen benannt, das heißt durchnummeriert. Bei den CD-Molekülen handelt es sich meistens um membrangebundene Glykoproteine, die teilweise zellspezifisch exprimiert werden und verschiedenste Funktionen haben können.

Bestimmt wurden diese Diffenzierungsmarker oft dadurch, das sie von bestimmten monoklonalen Antikörpern erkannt werden. Sie sind oft sehr nützlich, Zellen, die nach anderen Kriterien ähnlich und kaum zu unterscheiden sind, zu identifizieren und zu differenzieren. Deswegen sind insbesondere Antikörper gegen CD Antigene, die in der Durchflusszytometrie eingesetzt werden können, wichtig.

Biomol bietet jetzt auch das Programm des renommierten Herstellers von CD Antikörpern Ancell an. Hier finden Sie CD Antikörper gegen die wichtigsten CD Antigene, auch konjugiert mit Biotin, Fluorescein, Phycoerythrin (R-PE), DyLight®350, APC sowie als F(Ab’)2-Fragmente und frei von Konservierungsmitteln. Eine Übersicht gibt’s hier: Ancell Immunology Research Products

Weitere Antikörper gegen (humane) CD Antigene, also auch solche für Immunhistochemie oder Western Blot auch anderer Hersteller wie zum Beispiel Imgenex oder Epitomics, finden sich in dieser Übersicht: Antibodies to Human CD Antigens.

Schorschski hat ein Beispiel für die Verwendbarkeit von CD-Markern zur Differenzierung bei der Lymphozytenreifung in einer Übersicht zusammengefasst:

 

14. November 2011

Der perfekte Ladekontroll-Antikörper für Western-Blots

Der perfekte Antikörper, den man zur Ladekontrolle für Western Blots verwendet (um zu zeigen, dass man die Spuren gleichmäßig beladen hat, bzw. um auf die Stärke dieses Signals die anderen Signale zu normieren) sollte ein sogenanntes Housekeeping-Protein erkennen. Beliebt ist dafür das aus der Glycoloyse bekannte Enzym Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase oder kurz GAPDH. Das wird zwar in unterschiedlichen Geweben ein bisschen unterschiedlich exprimiert, insbesondere in manchen Krebsgeweben wird es manchmal hochreguliert, wenn man aber unterschiedliche Proben aus derselben Zelllinie aufträgt und diese Signal untereinander vergleichen will, ist das irrelevant. Hier ist die Menge von GAPDH sehr gleichmäßig.

Ein weiters wichtiges Kriterium ist, dass der Antikörper ein schönes sauberes Signal liefert, ohne mit “Nebensignalen”, auch Background oder unspezifische Banden genannt, unangenehm aufzufallen.

Letztendlich sollte der Antikörper, gerade weil man einen Ladekontroll-Antikörper häufig einsetzt, preiswert sein. Die Menge des Antikörpers, die man für einen einzelnen Blot einsetzen muss, sollte nicht mehr als 5 Euro kosten, besser weniger.

Epitomics hat mit dem Anti-GAPDH 5362-1 einen monoklonalen Kaninchen-Antikörper (RabMAb®) herausgebracht, der diese Anforderungen praktisch perfekt erfüllt. Das Signal sieht super-sauber aus und man kann die 100 µL (das ist die Packungsgröße) für 100 bis 500 Western Blots (mit den üblichen Mini-Gelen) verwenden. Da liegt man bei unter 60 Cent bis 3 Euro pro Einsatz.

Da dieser Antikörper nur mit menschlichen Proben funktioniert, sollte man darauf achten, dass man seine Experimente auch mit menschlichen Zelllinien durchführt, um in den Genuss der Vorteile diese Antikörpers zu kommen.

Die perfekte Western Blot Ladekontrolle

Western-Blot mit Anti-GAPDH RabMAb (5632-1) (A) 293T, (B) HeLa, (C) HepG2, (D) HUVEC, (E) MCF-7 und (F) SH-SY5Y Zelllysate.

29. Juni 2011

Warum Antibiotika im Tierstall die Bildung Shigella-Toxin-exprimierender Bakterien fördern

Die immer noch aktuelle EHEC-Epidemie (47 Tote, Stand 2011-06-29) wird durch einen EHEC (oder EAEC) Stamm O104:H4 ausgelöst. Dieser trägt nicht nur eine Reihe von Antibiotika-Resistenzen (siehe Hinweise des RKI (pdf)), sondern exprimiert auch das Shigella-Toxin. Das Gen dafür haben die Bakterien durch einen Bakteriophagen erhalten, der dieses Gen in sein Genom integriert hat. Ein News-Artikel in der Nature-Ausgabe vom 9. Juni weist darauf hin, dass die häufige Gabe von Antibiotika in Tierställen die Infizierung von E. coli durch Bakteriophagen fördert: Die Bakterien reagieren auf die Antibiotikagabe mit der sogenannten SOS Response in deren Rahmen Bakterien, die Träger von Bakteriophagen sind, diese massiv ausschütten und damit andere Bakterien infizieren. Die Forscher vermuten, dass durch die häufige Verwendung von Antibiotika im Rahmen der Fleisch- und Milchproduktion nicht nur Antibiotika-resistente EHEC selektiert werden, sondern auch deren Infektion mit Bakteriophagen, die das Shigella-Toxin tragen können, gefördert wird.

17. Juni 2011

ATGL (PNPLA2) trägt zum körperlichen Raubbau bei Krebserkrankungen bei

Rudolf Zechner, Gerald Hoefler und Koautoren haben in einer in Science veröffentlichten Studien gezeigt, dass das Ausschalten der Adipose-Triglycerid-Lipase (ATGL, PNPLA2, Uniprot-Nr. Q96AD5) in Mäusen die bei Krebs oft einhergehende Kachexie (starker Abbau von Fett- und Muskelreserven) verlangsamt. Proben viszeralen Fettgewebes von an Kachexie verstorbenen Krebspatienten wiesen eine erhöhte ATGL-Expression auf.

Adipose Triglycerid Lipase (ATGL) katalysiert den ersten Schritt der Triglycerid-Hydrolyse in Adipozyten und Fetttröpfchen in Nicht-Adipozyten (Triacylglycerol + H2O <=> Diacylglycerol + Fettsäure). ATGL hat auch Acylglycerol-Transacylase-Aktivität. Das Enzym regelt die  Größe von Liposomen und ist vermutlich am Abbau von Liposomen beteiligt.

Eine Zusammenfassung der in Science veröffentlichten Ergebnisse findet sich bei Spiegel Online. Biomol bietet mit dem monoklonalen Kaninchen-Antikörper (RabMab®) 3370-1 ein nützliches Werkzeug an, um in Western-Blots und Immunzytochemie dieses Enzym in Proben von Mensch, Maus und Ratte nachzuweisen.

11. April 2011

Schäden in Höhe von über 70 Milliarden € jährlich

Überdüngung mit Stickstoffdüngern verursacht gemäß einer Studie laut einer am 11. April von Nature veröffentlichten Nachricht jährlich Schäden von 70 bis 320 Milliarden Euro allein in der EU. (more…)

31. März 2011

Thioflavin T, Alzheimer und langes Leben

Thioflavin T (bei Biomol günstig erhältlich als Produkt ABD-23060) wird im Labor eingesetzt um die Alzheimer-typischen Plaques anzufärben. Dieser Farbstoff st auch unter den Namen ThT, Basic Yellow 1 oder CI 49005 bekannt.

Silvestre Alavez und Kollegen vom Buck Institute for Research on Aging in Novato (US-Bundesstaat Kalifornien) haben in Nature Ihre Ergebnisse veröffentlich, die zeigen, dass Caenorhabditis elegans in Anwesenheit von Thioflavin T eine 50% höhere Lebenserwartung haben. Die Forscher erklären die Beobachtung mit einem Einfluss auf die Proteinhomeostase mittels Beeinflussung des Proteinabbaus über das Ubiquitin-Proteasom-System. Die positiven Effekte der ThT-Zugabe hängen vom Funktionieren von Protein-Homeostase-Netzwerk-Regulatoren wie Heat shock factor 1 (HSF-1), Stress-Antwort, dem “Langlebigkeits”-Transkriptionsfaktor SKN-1, Chaperonen, Autophagocytose und dem Proteasom ab.

Inwieweit diese Versuchsergebnisse für Menschen relevant sind bleibt natürlich die Frage.

Das obige Bild ist eine modifizierte Version einer Photographie von Gaetan Lee (ein Schimpansen-Gehirn aus dem Science Museum London).
25. März 2011

Molecular Life Sciences IV

Mein Praktikum bei Biomol geht heute zu Ende und über die vielen Tagungs-Vorbereitungen hätte ich fast versäumt noch einen letzen Blog-Eintrag zu verfassen. Die sechs Wochen sind wie im Flug vergangen und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Trotzdem werde ich noch schnell ein paar abschließende Worte zu meinem Studium schreiben.

Wo stehe ich denn aktuell?

Ich bin kurz davor mit meiner Bachelorarbeit zu beginnen und freue mich schon darauf wieder Ethanol-geschwängerte Laborluft zu schnuppern. Nebenbei kann ich mich schon mal seelisch auf den Master-Studiengang vorbereiten, der fast nahtlos folgen wird. Ein neues spannendes Kapitel, hoffe ich. Jetzt wo der erste Meilenstein meiner Studienzeit fast erreicht ist, stellt sich mir die Frage: Was hat sich verändert? Habe ich mich verändert? Eins kann ich mit Sicherheit sagen: Der Humor verändert sich. Irgendwann fängt man an Biologenwitze und Biochemikerwitze zu verstehen und lustig zu finden. Ein reales Beispiel aus meinem Umfeld.

Zwei Studentinnen unterhalten sich etwas genervt von einer langen Inkubationszeit in einem Zellbiologiepraktikum:

Studentin A: Und was machen wir morgen?
Studentin B: ….. Apoptose……

Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Tschüss Biomol! Ich wünsche meinen Kollegen alles Gute und möchte mich noch mal für die schöne Zeit bedanken! Ich lasse mit Sicherheit wieder von mir hören!

Anmerkung zu dem Bild: Zu sehen bin ich vor dem Messestand von Biomol. Wenn sie diesen Stand auf einer Messe oder Tagung sehen sollten, dann laufen Sie schnell hin, meine Kollegen haben Schokolade!!!

14. März 2011

Molecular Life Sciences III

Ein kleines Rätsel am Anfang. Was ist das?

Meine vorletzte Praktikumswoche hat begonnen, und bevor mir die Zeit davon läuft will ich natürlich, wie versprochen wieder etwas über meinen Studiengang erzählen.

Im Grundstudium (also in den ersten zwei Jahren) findet die allgemeine naturwissenschaftliche Grundausbildung statt. Es werden Module wie Anorganische- und Organische Chemie belegt, sowie Zellbiologie, Genetik und Molekularbiologie. Die Module bestehen meistens aus einer Vorlesung mit einem dazugehörigen Seminar und einem Praktikum. Die Praktika finden entweder als Block in der Vorlesungsfreienzeit statt, oder begleitend im laufenden Semester. Sie sollen zusammen mit einigen Projektstudien in verschiedenen Instituten unsere praktische Ausbildung sichern.

Nun kann sich sicherlich jeder vorstellen, dass gerade in einem Labor mit einem Haufen Studenten, die im ersten Semester auch zum Großteil das erste Mal eine Pipette in der Hand halten, Murphys Law regiert. Frei nach dem Motto „Alles was schief gehen kann, geht schief“ werden die ersten Erfahrungen im Labor gemacht. Will man Apoptose induzieren, wachsen die Zellen munter weiter, ungeachtet der fiesen Chemikalien denen man sie ausgesetzt hat. Will man aber ein paar tolle Bakterienklone haben, die das erste selbst gebastelte Plasmid tragen, ja dann  wächst gar nichts. Das heißt aber nicht, dass alles für die Katz ist. Man entwickelt eine Frusttoleranz, die im späteren Forscheralltag sehr nützlich sein wird.

Im fünften Semester werden die Praktika dann auch so richtig spannend. Wir durften als temporärer Teil einer Arbeitsgruppe mitforschen. Die Ergebnisse waren gar nicht mal so schlecht und so hatte man das Gefühl in einem Praktikum mal nützlich gewesen zu sein!

Alles in Allem, macht der praktische Teil des Studiums sehr viel Spaß. Der viel zitierte Satz „learning by doing“ hat einfach seine Berechtigung und egal wo wir bisher ein Praktikum gemacht haben, waren alle immer sehr bemüht, dass wir so viel wie möglich lernen!

Nun zur Auflösung des „Rätsels“:

Es handelt sich um den Ausblick von meinem Laborplatz aus, den ich im Praktikum für Organische Chemie hatte. Ein Vorgänger von mit wollte wohl seinen Standpunkt klarmachen, indem er ein Fischstofftier in der Abluftvorrichtung platzierte oder er hatte schon zu viel Diethylether eingeatmet. Seine wahren Beweggründe werde ich wohl nie erfahren.

Nächste Woche wieder mehr zum Studium „Molecular Life Sciences“.